Der Herbst kann sich in Potsdam sehen lassen. In den historischen Parkanlagen raschelt das Laub unter den Füßen, über den Havelseen liegt am Morgen schon der erste Nebel und zwischen lichter werdenden Baumkronen öffnen sich neue Blicke auf Schlösser und Gartenarchitekturen. Doch goldener Herbst zeigt sich in Potsdam auch abseits der Parks. Kunst, Theater, Film und besondere Veranstaltungen geben im Oktober gute Gründe für einen Ausflug.
Welterbe im Herbstgewand
Im Park Sanssouci, im Neuen Garten oder im Park Babelsberg beginnt jetzt eine besonders reizvolle Zeit für ausgedehnte Spaziergänge. Wege führen durch alte Alleen, entlang des Wassers und immer wieder zu Aussichtspunkten. Wer ein paar Höhenmeter nicht scheut, kann Potsdam auch von oben entdecken: vom Pfingstberg, vom Ruinenberg oder von den Anhöhen im Park Babelsberg.
Gleichzeitig geht die Hauptsaison in den Preußischen Schlössern und Gärten in ihre letzten Wochen. Damit bietet sich noch einmal die Gelegenheit, besondere Orte zu entdecken, die regulär nur bis Ende Oktober geöffnet sind. Karl Friedrich Schinkels klassizistisches Schloss Charlottenhof, die prachtvollen Festsäle und Gästezimmer in den Neuen Kammern von Sanssouci oder die exquisite Gemäldesammlung Friedrichs des Großen in der Bildergalerie lassen sich wunderbar mit einem Spaziergang durch das herbstliche Welterbe verbinden. Am 7. November bringt „Königliches Leuchten am Heiligen See“ das Marmorpalais zum Strahlen. Licht, Musik und Kerzenschein verwandeln Schloss und Neuen Garten für einen Abend und öffnen zugleich Türen zu Orten, die sonst verborgen bleiben.
Auch außerhalb der großen Parkanlagen lohnt es sich, einfach loszugehen. Auf der Freundschaftsinsel und im Foerster-Garten zeigen sich Stauden, Gräser und Gehölze von ihrer herbstlichen Seite. Wer länger unterwegs sein möchte, kann Potsdam auf Wanderwegen durch Wald und Parks oder entlang der Havelseen erkunden.
Potsdam steckt voller Geschichten
Bei einigen öffentlichen Stadtführungen geht die Saison im Oktober zu Ende. Eine gute Gelegenheit, noch einmal andere Seiten Potsdams kennenzulernen.
Am 18. Oktober führt „Babelsberg – Filmstars, Villen, Weltgeschichte“ zum letzten Mal in diesem Jahr durch den geschichtsträchtigen Stadtteil. Die Führung verbindet Filmgeschichte, Architektur mit den Spuren der Potsdamer Konferenz.
Eine kleine Reise durch Europa bietet „Von Holland bis Italien – europäische Baukunst in Potsdam“ noch bis zum 24. Oktober. Backsteinrote Giebel im Holländischen Viertel, verzierte Holzhäuser in der Alexandrowka und italienisch inspirierte Architektur erzählen von Sehnsüchten, Erinnerungsorten und Menschen, die nach Potsdam kamen.
Einen Tag später, am 25. Oktober, findet die Führung über den Telegrafenberg zum letzten Mal statt. Historische Wissenschaftsbauten, der Einsteinturm und heutige Forschungsinstitute erzählen dort von mehr als 150 Jahren Wissenschaftsgeschichte. Wer wissen möchte, was sich hinter Potsdams Fassaden verbirgt, kann noch bis zum 30. Oktober mit den „Potsdamer Hinterhöfen“ auf Entdeckungstour gehen.
Von Farben, Filmen und großen Bühnen
Vom Farbenspiel der Natur ist es in Potsdam manchmal nur ein kurzer Weg zur Kunst. Noch bis zum 11. Oktober widmet sich das Museum Barberini in der Ausstellung „Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus“ der Entwicklung und Strahlkraft dieser Kunstrichtung. Rund 100 Werke zeigen, wie Künstlerinnen und Künstler mit ungemischten Farben und Licht experimentierten. So lässt sich der Herbstspaziergang am Alten Markt kurzerhand im Museum fortsetzen.
Nur wenige Schritte weiter führt das Filmmuseum Potsdam durch ein ganz anderes Kapitel der Kulturgeschichte. „Ohne Frühstück. Ohne Diskussion. 80 Jahre DEFA-Filme“ blickt auf acht Jahrzehnte Filmgeschichte und erzählt anhand bekannter Produktionen von Alltag, Sehnsüchten und gesellschaftlichen Veränderungen
Auch auf Potsdams Bühnen ist im Oktober einiges los. Im Hans Otto Theater wird am 9. Oktober „Zur fröhlichen Zwietracht!“ uraufgeführt. In der fabrik Potsdam wiederum bringt die australische Compagnie CIRCA vom 8. bis 11. Oktober mit „North of Now“ zeitgenössischen Zirkus auf die Bühne.
Musikalisch klingt der Oktober nach Filmstadt. Am 3. Oktober feiert der Nikolaisaal 80 Jahre DEFA mit einem Konzert des Deutschen Filmorchesters Babelsberg und Musik aus acht Jahrzehnten Filmgeschichte.
Ferienzeit ist Entdeckerzeit
Manchmal zeigt sich der Herbst aber auch ganz klassisch mit Kürbis, Lagerfeuer und frischer Luft. Am 18. Oktober wird beim Herbstfest im Volkspark geschnitzt, gespielt und Stockbrot gebacken. Eine Herbstrallye, Mitmachangebote, Musik und Familientheater machen den Sonntag zum passenden Auftakt für die Ferienzeit.
Denn vom 19. bis 30. Oktober sind in Brandenburg Herbstferien. In diesen zwei Wochen lohnt sich besonders ein Blick in die Programme der Potsdamer Museen, Kultur- und Freizeiteinrichtungen. Viele Häuser der Stadt laden mit zusätzlichen Ferienprogramen und Familienangeboten dazu ein, Kunst zu entdecken, Natur zu erforschen, zu experimentieren oder in die Filmwelt einzutauchen: So wird aus dem Herbstspaziergang schnell ein ganzer Ferientag – draußen und drinnen.
Filmreif wird es bei der „Dein Potsdam-Filmrallye“: Familien mit Kindern können sich auf eigene Faust auf Spurensuche durch die Filmstadt begeben, unterwegs Rätsel lösen und Stempel sammeln. Wer alle Stationen gemeistert hat, kann sich in der Tourist Information am Alten Markt eine Urkunde und einen kleinen Preis abholen.
Herbst ahoi!
Und wenn nach Kunst, Kultur und vielen Schritten die Füße eine Pause brauchen, lässt sich der Herbst auch vom Wasser aus betrachten. Schifffahrten führen über die Potsdamer Havelseen, vorbei an historischen Parks, Schlössern und herbstlich gefärbten Ufern.
Weitere Informationen: www.potsdamtourismus.de