Basis-Pressetexte UNESCO-Welterbestätten Deutschland2018-08-17T11:33:03+00:00

Basis-Pressetexte

UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V.

Altstadtensembles: Das historische Herz pulsierender Metropolen2018-06-22T14:25:24+00:00

Das historische Herz pulsierender Metropolen
Von Backsteingotik bis Fachwerkromantik: Altstädte atmen Vergangenheit und bilden die Kulisse für modernes Leben

Ob mittelalterliches Fachwerk, Backsteingotik oder barocke Pracht – jede Menge herausragende Baudenkmäler finden sich in deutschen Altstädten. Wo sich Geschichte auf engstem Raum verdichtet, ist das Ensemble weit mehr als die Summe seiner Einzelteile: Jede Altstadt besitzt ihr eigenes Flair und bildet die Kulisse für modernes Leben.

Sechs deutsche Altstadtensembles haben es bislang auf die Liste der UNESCO geschafft. Den Anfang machte 1987 Lübeck: Mit dem mittelalterlichen Kern der Hansestadt wurde erstmals in Nordeuropa eine ganze Altstadt von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Die Königin der Hanse, wie Lübeck genannt wird, glänzt allerdings nicht nur mit Patrizierhäusern, den sieben Türmen seiner Kirchen und dem Holstentor. Thomas Mann hat seiner Geburtsstadt ein weltberühmtes literarisches Denkmal gesetzt – mit dem Buddenbrookhaus huldigt die Stadt nun ihrem großen Sohn und belebt die mittelalterliche Kulisse durch neuzeitliche Interpretationen.
2000-jährige europäische Geschichte haben ihre Spuren in Regensburg hinterlassen. Dass die Donaumetropole zuweilen als nördlichste Stadt Italiens bezeichnet wird, verdankt sie ihrem einzigartigen Flair und einer ungewöhnlich hohen Dichte von Kulturdenkmälern, die den Zweiten Weltkrieg überdauert haben. Dom, Rathaus, die Innenhöfe und Hauskapellen der mittelalterlichen Bürgerhäuser lassen sich ebenso wie das Schloss der Fürsten Thurn und Taxis oder die romanischen Sakralbauten bequem zu Fuß erkunden.
Fachwerkhäuser prägen die Kulisse in Quedlinburg. Wer sich für diese besondere Form der Architektur interessiert, findet hier nicht nur ein Museum mit vielen erhellenden Beispielen, sondern mehr als 1300 Studienobjekte aus acht Jahrhunderten. Darüber thront ein Meisterwerk der Romanik: St. Servatius dient als Grablege des ersten deutschen Königs und erinnert daran, dass Heinrich I. und seine ottonischen Nachfolger Quedlinburg zu einem Zentrum europäischer Politik, Bildung und Kultur machten.
Die tausendjährige Bischofs- und Kaiserstadt Bamberg bildete unter Heinrich II. den Mittelpunkt des Heiligen Römischen Reiches. Während die mittelalterlichen Strukturen erhalten blieben, entwickelte sich die Frankenmetropole zu einem Glanzstück des Barocks. Von Kriegen weitgehend unbehelligt, weist Bamberg heute das größte zusammenhängende Altstadtensemble Deutschlands mit herausragenden Baudenkmälern sämtlicher Epochen auf. Brücken und Wasserläufe verleihen der Stadt, die sich träumend in die Landschaft schmiegt, eine heitere Atmosphäre.
Als ein Weltkulturerbe präsentieren sich seit 2002 die Altstädte von Stralsund und Wismar. In beiden spiegelt sich die Blütezeit der Hanse im 14. Jahrhundert. Während der Grundriss der Altstädte seit dem Mittelalter nahezu unverändert erhalten blieb, künden gotische Giebelhäuser, Kaufmannsresidenzen und sechs monumentale Backsteinkirchen vom Reichtum der Ostseestädte im Mittelalter.

Altstadtensembles wollen erlebt werden. Sie sind keine Freiluftmuseen, sondern Herzstück pulsierender Metropolen voller Kunst, Kultur, Genuss und moderner Lebensart. Das gilt zu allen Jahreszeiten, und es gibt in allen Städten besonders empfehlenswerte Termine.

Kontakt: UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V., Kornmarkt 6, 06484 Quedlinburg, Telefon: +49(0)-3946 81 12-53/-54, Fax: +49(0)3946 81 12 56, E-Mail: info@unesco-welterbe.de, Internet: www.unesco-welterbe.de
Vorsitzender: Claudia Schwarz, Tel. +49(0) 6741 321196, E-Mail: schwarz@unesco-welterbe.de
Pressekontakt: Annette Klemm, Tel.: 02633 4734918, E-Mail: presse@unesco-welterbe.de

Deutschland – ein starkes Stück Weltkultur: 44 UNESCO-Welterbestätten laden zum Spaziergang durch die Geschichte ein (ausführlich)2018-08-17T11:58:17+00:00

Deutschland – ein starkes Stück Weltkultur

44 UNESCO-Welterbestätten laden zum Spaziergang durch die Geschichte ein

Rund 6000 Jahre liegen zwischen den Pfahlbauten am Bodensee und den Siedlungen der Berliner Moderne. Und doch sind beide eng verknüpft – in einem Netz von 44 UNESCO-Welterbestätten, das sich über ganz Deutschland spannt.

Von den Römerstätten in Trier über die Essener Zeche Zollverein bis zur Lutherstadt Wittenberg, die deutschen Welterbestätten stehen für kulturelle Vielfalt. Sie alle sind auf ihre Art einmalig – so einzigartig und bedeutsam, dass die UNESCO sie wie die Pyramiden von Gizeh oder die Chinesische Mauer zum Erbe der Menschheit zählt. Dabei sind es nicht nur herausragende Bauten, die ein beredtes Zeugnis von der Vergangenheit ablegen. Naturdenkmäler wie die Fossilienlagerstätte Grube Messel, das Wattenmeer oder die Alten Buchenwälder gewähren tiefe Einblicke in die Erdgeschichte oder beleuchten beeindruckende Naturphänomene.

Andere Landschaften verdanken ihr Gepräge dem gestalterischen Eingriff des Menschen. Dafür steht das obere Mittelrheintal mit seinen Burgen und den terrassenförmig angelegten Weinbergen ebenso wie der Muskauer Park an der Grenze zu Polen oder das im Rokoko entstandene Gartenreich des Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau. Gartenbau und Architektur harmonieren ebenso prächtig bei dem Ensemble in Sanssouci und den Schlössern Augustusburg und Falkenlust in Brühl.

Manchmal trennt nur eine Autostunde die Moderne von der Steinzeit. Ein Besuch der vielen oft nah beieinander liegenden Welterbestätten gerät leicht zu einem Spaziergang durch die Jahrtausende:

Die prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen dokumentieren eine Siedlungsform, die bis in die Steinzeit zurückreicht. In den Höhlen der Schwäbischen Alb fing der Mensch vor 40.000 Jahren an, die weltweit ersten Musikinstrumente zu erdenken und zu erschaffen. Die Römer haben mit Amphitheater und Thermen nicht nur in Trier ihre Spuren hinterlassen, ihr Limes zieht sich auf einer Strecke von rund 550 Kilometern Länge vom Rhein bis Bayern. An rund 80 Stationen wird heute für Besucher die Grenze des Imperium Romanum auf packende Weise inszeniert. Seit 2018 zählt die Wikingersiedlung Haithabu gemeinsam mit der nahegelegenen Grenzanlage Danewerk zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Die Ambition Karls des Großen, der ein neues Rom realisieren wollte, spiegelt sich wiederum im Aachener Dom mit seiner fast 1000-jährigen Baugeschichte. In der Karolingerzeit entstand die Königshalle in Lorsch, wo sich eines der bedeutendsten Klöster Europas befand. Dass der Glaube nicht nur Berge versetzt, sondern im Mittelalter Monumentales schuf, zeigt gleich eine Fülle von Sakralbauten. Die Klosteranlagen auf der Insel Reichenau und in Maulbronn sowie die Reichsabtei Corvey stehen dafür ebenso wie die Dome in Speyer, Hildesheim und Köln. Als jüngste Welterbestätte hat sich 2018 in diese Runde der Naumburger Dom dazugesellt.

Bamberg, Regensburg, und Quedlinburg erlangten im Mittelalter als politische Zentren große Bedeutung. Noch immer präsentiert sich in ihren Altstädten historischer Bestand als geschlossenes Ensemble. Das gilt auch für Bremen, Lübeck, Wismar und Stralsund, die der Handel reich machte. Bürgerstolz und die Blüte der Hanse zeigt sich dort an historischen Rathäusern und glanzvollen Fassaden.

Der Geist des Reformators Martin Luthers ist in Wittenberg, Eisleben und auf der Wartburg lebendig. Vom Geburtshaus bis zur Schlosskirche, wo der Anschlag der Thesen erfolgte, lassen sich Stationen eines Lebens, das die Welt veränderte, nachvollziehen.

Weltliche Macht inszeniert sich im Absolutismus und im Barock besonders prunkvoll in Residenzen und prächtigen Gärten. Dabei zeigen der Kasseler Bergpark Wilhelmshöhe, die Preußischen Schlösser in Potsdam, die Fürstbischöfliche Residenz in Würzburg oder das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth wie unterschiedlich die Spielarten sein können. Sakrale Kunst jener Epoche versammelt die Wieskirche im Pfaffenwinkel in verschwenderischer Fülle.

Die Weimarer Klassik machte Epoche. An den Wirkungsstätten von Goethe, Schiller und Herder bleibt die Erinnerung an ein herausragendes Kapitel der Geistesgeschichte lebendig, auf den die Kulturnation ihr Selbstverständnis als Land der Dichter und Denker gründet.

Deutschland gilt in der Welt aber auch als Industrienation. Mit der Völklinger Hütte und der Zeche Zollverein in Essen dokumentieren zwei monumentale Anlagen Stahlgewinnung und Kohleförderung, Wirtschaftszweige, die einst Arbeit und Wohlstand garantierten. Die museale Aufarbeitung der jahrhundertealten Bergbautradition ist im Erzbergwerk Rammelsberg bei Goslar auf beeindruckende Weise gelungen. In einzigartiger Weise vermittelt die Hamburger Speicherstadt die maritime Industriearchitektur im größten zusammenhängenden, einheitlich geprägten Speicherensemble der Welt.

Die soziale Dimension der Industrialisierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts spiegelt sich in den Siedlungen der Berliner Moderne wider. Aus dem Erfordernis, bezahlbare Wohnungen für die stark wachsende Zahl von Arbeitern zu bauen, resultierte ein neuer städtebaulicher Typus, der dem Ansatz Neuer Sachlichkeit folgt.
Die Ideenschmiede, der solche Visionen entsprangen, gehört ebenfalls zum Weltkulturerbe. In Weimar und Dessau befinden sich die Bauhausstätten – jene Gebäude, die Henry van de Velde und Walter Gropius entwarfen. Sie wurden zum Zentrum einer neuen Schule, die Architektur und Design revolutionierte. Im Fagus-Werk in Alfeld, einem Frühwerk Gropius’, finden sich diese modernen Ansätze in einem Fabrikbau verwirklicht.

Und schließlich reflektiert Kultur sich selbst: 6000 Jahre Menschheitsgeschichte präsentiert die weltberühmte Museumsinsel in Berlin, konzentriert auf weniger als einem Quadratkilometer. Die Exponate reichen von archäologischen Fundstücken bis zu Kunst des 19. Jahrhunderts. Die „Tempelstadt“ in der Spree ist ausgehend von den Plänen Schinkels bis zum Bau des Pergamonmuseums in 100 Jahren gewachsen. Umfangreiche Sanierungen gelten diesem einmaligen Hort der schönen Künste: Kultur ist hier gleich im doppelten Sinne „im Fluss“.

Die Welterbekonvention der Unesco

1972 wurde von der Generalkonferenz der UNESCO das „Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt“ verabschiedet. Es legt den Schutz eines Kultur- und Naturgutes, das einen „außergewöhnlichen universellen Wert“ besitzt, in die Obhut der gesamten Menschheit. Mit der Unterzeichnung der Konvention verpflichtet sich jedes Land, die innerhalb seiner Grenzen gelegenen Denkmäler zu schützen und für zukünftige Generationen zu erhalten.

„UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V.“

Auch nachhaltiges Reisen kann einen Beitrag zum Erhalt von Welterbestätten leisten. Der „UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V.“ möchte die deutschen Welterbestätten bekannter machen und einen behutsamen und qualitätsvollen Tourismus im denkmalverträglichen Ausmaß fördern. Damit verbindet sich die Chance, das Welterbe nicht nur der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, sondern seinen Erhalt durch die Einnahmequelle des sanften Tourismus zu garantieren.
Der Verein „UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V.“ hat seinen Sitz in Quedlinburg. Er ist ein Zusammenschluss der touristischen Organisationen von Städten, Regionen und Bundesländern, in denen sich Welterbestätten befinden.
www.unesco-welterbe.de

Kontakt: UNESCO-Welterbestätte Deutschland e.V., Kornmarkt 6, 06484 Quedlinburg, Telefon: +49(0)-3946 81 12-53/-54, Fax: +49(0)3946 81 12 56, E-Mail: info@unesco-welterbe.de, Internet: www.unesco-welterbe.de
Vorsitzende: Claudia Schwarz, Tel. +49(0) 6741 321196, E-Mail: schwarz@unesco-welterbe.de
Pressekontakt: Annette Klemm, Tel.: 02633 4734918, E-Mail: presse@unesco-welterbe.de

Deutschland – ein starkes Stück Weltkultur: 44 UNESCO-Welterbestätten laden zum Spaziergang durch die Geschichte ein (etwas kürzer)2018-08-16T18:21:19+00:00

Deutschland – ein starkes Stück Weltkultur

44 UNESCO-Welterbestätten laden zum Spaziergang durch die Geschichte ein

Rund 6000 Jahre liegen zwischen den Pfahlbauten am Bodensee und den Siedlungen der Berliner Moderne. Und doch sind beide eng verknüpft – in einem Netz von 44 UNESCO-Welterbestätten, das sich über ganz Deutschland spannt.

Vom Kölner Dom über die Essener Zeche Zollverein bis zur Lutherstadt Wittenberg. Die deutschen Welterbestätten stehen für kulturelle Vielfalt. Sie alle sind auf ihre Art einmalig – so einzigartig und bedeutsam, dass die UNESCO sie wie die Pyramiden von Gizeh oder die Chinesische Mauer zum Erbe der Menschheit zählt. Dabei sind es nicht nur herausragende Bauten, die ein beredtes Zeugnis von der Vergangenheit ablegen. Naturdenkmäler wie die Fossilienlagerstätte Grube Messel, das Wattenmeer oder die Alten Buchenwälder gewähren tiefe Einblicke in die Erdgeschichte oder beleuchten beeindruckende Naturphänomene.

Andere Landschaften verdanken ihr Gepräge dem gestalterischen Eingriff des Menschen. Dafür steht das obere Mittelrheintal mit seinen Burgen und den terrassenförmig angelegten Weinbergen ebenso wie der Muskauer Park an der Grenze zu Polen oder das im Rokoko entstandene Gartenreich des Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau. Gartenbau und Architektur harmonieren ebenso prächtig bei dem Ensemble in Sanssouci und den Schlössern Augustusburg und Falkenlust in Brühl.

Während die Pfahlbauten um die Alpen und die Höhlen der Schwäbischen Alb Zeugnisse aus der Stein- und Eisenzeit dokumentieren, haben die Römer mit Amphitheater und Thermen nicht nur in Trier ihre Spuren hinterlassen. Ihr Limes zieht sich auf einer Strecke von rund 550 Kilometern Länge vom Rhein bis Bayern. Seit 2018 zählt die Wikingersiedlung Haithabu gemeinsam mit der nahegelegenen Grenzanlage Danewerk zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Die Ambition Karls des Großen, der ein neues Rom realisieren wollte, spiegelt sich wiederum im Aachener Dom mit seiner fast 1000-jährigen Baugeschichte. In der Karolingerzeit entstand die Königshalle in Lorsch, wo sich eines der bedeutendsten Klöster Europas befand. Dass der Glaube nicht nur Berge versetzt, sondern im Mittelalter Monumentales schuf, zeigt gleich eine Fülle von Sakralbauten. Die Klosteranlagen auf der Insel Reichenau und in Maulbronn stehen dafür ebenso wie die Dome in Speyer, Hildesheim, Köln und Naumburg oder die Reichsabtei Corvey bei Höxter.

Bamberg, Regensburg, und Quedlinburg erlangten im Mittelalter als politische Zentren große Bedeutung. Noch immer präsentiert sich in ihren Altstädten historischer Bestand als geschlossenes Ensemble. Das gilt auch für Bremen, Lübeck, Wismar und Stralsund, die der Handel reich machte. Bürgerstolz und die Blüte der Hanse zeigt sich dort an historischen Rathäusern und glanzvollen Fassaden.

Der Geist des Reformators Martin Luthers ist in Wittenberg, Eisleben und auf der Wartburg lebendig. Vom Geburtshaus bis zur Schlosskirche, wo der Anschlag der Thesen erfolgte, lassen sich Stationen eines Lebens, das die Welt veränderte, nachvollziehen.

Weltliche Macht inszeniert sich im Absolutismus und im Barock besonders prunkvoll in Residenzen und prächtigen Gärten. Dabei zeigen der Kasseler Bergpark Wilhelmshöhe, die Preußischen Schlösser in Potsdam und die Fürstbischöfliche Residenz in Würzburg, wie unterschiedlich die Spielarten sein können. Sakrale Kunst jener Epoche versammelt die Wieskirche im Pfaffenwinkel in verschwenderischer Fülle. Als einzigartiges Monument der europäischen Fest- und Musikkultur des Barock hat die UNESCO das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth gewürdigt, das auch mehr als 250 Jahre nach seiner Entstehung nichts von seiner Faszination eingebüßt hat.

Die Weimarer Klassik machte Epoche. An den Wirkungsstätten von Goethe, Schiller und Herder bleibt die Erinnerung an ein herausragendes Kapitel der Geistesgeschichte lebendig, auf den die Kulturnation ihr Selbstverständnis als Land der Dichter und Denker gründet.

Deutschland gilt in der Welt aber auch als Industrienation. Mit der Völklinger Hütte und der Zeche Zollverein in Essen dokumentieren zwei monumentale Anlagen Stahlgewinnung und Kohleförderung, Wirtschaftszweige, die einst Arbeit und Wohlstand garantierten. Die museale Aufarbeitung der jahrhundertealten Bergbautradition ist im Erzbergwerk Rammelsberg bei Goslar auf beeindruckende Weise gelungen. Mit der Oberharzer Wasserwirtschaft zählt seit 2010 das größte und bedeutendste Teich- und Grabenverbundsystem der Welt zum UNESCO Welterbe. Die Hamburger Speicherstadt stellt schließlich das größte zusammenhängende, einheitlich geprägte Speicherensemble der Welt dar.

Die soziale Dimension der Industrialisierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts spiegelt sich in den Siedlungen der Berliner Moderne wider. Aus dem Erfordernis, bezahlbare Wohnungen für die stark wachsende Zahl von Arbeitern zu bauen, resultierte ein neuer städtebaulicher Typus, der dem Ansatz Neuer Sachlichkeit folgt.
Die Ideenschmiede, der solche Visionen entsprangen, gehört ebenfalls zum Weltkulturerbe. In Weimar und Dessau befinden sich die Bauhausstätten – jene Gebäude, die Henry van de Velde und Walter Gropius entwarfen. Sie wurden zum Zentrum einer neuen Schule, die Architektur und Design nach dem Ersten Weltkrieg revolutionierte. Im Fagus-Werk in Alfeld, einem Frühwerk Gropius’, finden sich diese modernen Ansätze in einem Fabrikbau verwirklicht.

Und schließlich reflektiert Kultur sich selbst: 6000 Jahre Menschheitsgeschichte präsentiert die weltberühmte Museumsinsel in Berlin.

Ausführliche Information zu den Welterbestätten unter:
www.unesco-welterbe.de oder www.germany.travel

UNESCO Welterbestätten Deutschland e.V. – Palais Salfeldt- Kornmarkt 6
06484 Quedlinburg +49(0)39 46 – 8112 – 53 /54
+49 (0)39 46- 81 12 – 56

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Deutschland – ein starkes Stück Weltkultur: 44 UNESCO-Welterbestätten laden zum Spaziergang durch die Geschichte ein (kurz)2018-08-16T18:20:58+00:00

Ein starkes Stück Weltkultur entdecken

44 UNESCO-Welterbestätten warten in Deutschland

Was haben der Kölner Dom, Schloss Sanssouci, der Kasseler Bergpark Wilhelmshöhe und das Wattenmeer gemeinsam? Sie alle zählen wie die Chinesische Mauer zum Erbe der Menschheit. Es bedarf allerdings keiner Weltreise, um sie kennenzulernen, denn sie alle sind ein starkes Stück Weltkultur „gleich um die Ecke“ in Deutschland.

44 Welterbestätten bieten packende Momentaufnahmen aus einer mehr als 6000-jährigen Geschichte: Schon in der Steinzeit entstanden die ersten Pfahlbauten am Bodensee. In Trier und am Limes haben die Römer ihre Spuren hinterlassen. In Wittenberg lebt die Erinnerung an den Reformator Martin Luther fort. Weimar, die Wirkungsstätte von Goethe und Schiller, atmet den Geist der Deutschen Klassik.

Auch Naturbegeisterte und Technikfans kommen auf ihre Kosten, denn die Auswahl reicht von der Fossilienlagerstätte Grube Messel bis zur Völklinger Hütte. Klöster, Schlösser, Museen und Gartenanlagen laden dazu ein, die kulturelle Vielfalt Deutschlands zu entdecken. Und nicht nur in den Altstädten von Bamberg und Quedlinburg blüht modernes Leben in historischer Kulisse …

Ausführliche Information zu den Welterbestätten unter: www.unesco-welterbe.de

Kontakt: UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V., Kornmarkt 6, 06484 Quedlinburg, Telefon: +49(0)-3946 81 12-53/-54, Fax: +49(0)3946 81 12 56, E-Mail: info@unesco-welterbe.de, Internet: www.unesco-welterbe.de
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Industrie als wertvoller Bestandteil unserer Kultur2018-06-22T14:27:13+00:00

Die UNESCO sieht in einer Reihe von ehemaligen Arbeits- und Produktionsstätten Denkmäler von Weltrang

Die Entwicklung Deutschlands zur Industrienation ist eng verknüpft mit dem Bergbau und der Stahlgewinnung. Stätten, an denen einst harte Arbeit den Alltag der Menschen prägte, zählen heute zum UNESCO-Welterbe. Sie gewähren tiefe Einblicke in ein spannendes Kapitel deutscher Geschichte.

Das Getöse an den Hochöfen und das Quietschen der Hängebahn-Loren ist lange verklungen. 1986 wurde die Völklinger Hütte stillgelegt. Doch nach wie vor erzählen die Menschen in der saarländischen Metropole Geschichten von der Zeit, als die Stahlproduktion fast jede Familie der Stadt ernährte. Die Hütte ist nicht abgerissen worden, sie ist nach wie vor ein Teil ihres Lebens, ein gigantischer Koloss in ihrer Mitte, identitätsstiftendes Wahrzeichen, Ausdruck stolzer Tradition und lebendige Erinnerung zugleich. Als die UNESCO mit der Völklinger Hütte 1994 erstmals eine Industrieanlage zum Weltkulturerbe adelte, wurde ein bis dahin beispielloses Projekt belohnt. Nach harter Arbeit war es gelungen, in einer vom Strukturwandel arg gebeutelten Region eine ausgediente Produktionsstätte zu erhalten. Nachfolgende Generationen profitieren: Der aufwendige Prozess der Stahlgewinnung ist heute nicht nur graue Theorie auf Schaubildern in einem Lexikon – in der Völklinger Hütte bleibt er in jeder einzelnen Phase „begreifbar“.
Doch von der Anerkennung durch die UNESCO ging auch ein weit reichendes Signal aus: Industrieanlagen sind nicht unliebsamer Schrott einer verstaubten Vergangenheit, sondern Denkmäler und damit wertvoller Bestandteil unserer Kultur. Diese Standortbestimmung hat die Wahrnehmung in der Gesellschaft verändert und einer Reihe weiterer Industriedenkmäler den Weg zur Anerkennung durch die UNESCO geebnet.
Im Jahre 2001 folgte der Industriekomplex Zollverein in Essen. In der ehemaligen Steinkohlezeche und Kokerei wird der Bergmanntradition des Ruhrgebiets gehuldigt. Die monumentale Übertageanlage blieb im Originalzustand erhalten. Wie die Kohleförderung zu Beginn des 20. Jahrhunderts ablief, wird auf dem Denkmalpfad Zollverein lebensnah veranschaulicht. Gleichzeitig gilt die von Fritz Schupp und Martin Kremmer konstruierte Schachtanlage als herausragendes Beispiel moderner Architektur im Stil der Neuen Sachlichkeit.
Auf mehr als 850 Jahre Bergbau verweist gar das Bergwerk Rammelsberg, das seit 1992 mit der Altstadt Goslars zusammen ein Welterbe bildet. Das ehemals größte zusammenhängende Kupfer-, Blei und Zinkerzvorkommen im Harz spornte die Menschen über die Jahrhunderte hinweg zu technischen Höchstleistungen an. Einblicke in diese spannende Entwicklungsgeschichte lassen sich in der nach seiner Stilllegung zum Besucherbergwerk umgestalteten Anlage mit Museum gewinnen. Komplettiert wird dieser Eindruck durch die seit 2010 ebenfalls zum UNESCO-Welterbe zählende Oberharzer Wasserwirtschaft. Dahinter verbirgt sich ein ausgeklügeltes Teich- und Grabenverbundsystem. Es wurde bereits im Mittelalter begonnen und war über die Jahrhunderte hinweg der entscheidende Energielieferant für den Bergbau.
Das Fagus-Werk im niedersächsischen Alfeld wurde 2011, genau 100 Jahre nach seiner Erbauung, als Welterbe anerkannt. Die Schuhleistenfabrik ist heute noch Produktionsstätte der Fagus-Gre Con und gilt als Schlüsselbau der Moderne. Der Architekt Walter Gropius schuf hier sein Erstlingswerk, bevor er in Weimar das weltberühmte Bauhaus (seit 1996 Welterbestätte) gründete. Und so spiegelt sich im aufwendig sanierten Fagus-Werk, dessen ehemaliges Lagerhaus heute ein großartiges Museum beherbergt, der Beginn einer neuen Auffassung in Architektur und Design. Oder wie die deutsche UNESCO-Kommission es beschrieb: Mit der Konstruktion aus Glas und Stahl verlieh Gropius dem dreistöckigen Fassadengebäude eine „schwerelose Eleganz, die damals für Fabriken außergewöhnlich war“.
Das jüngste Industriedenkmal, das in Deutschland als universelles Erbe der Menschheit besonderen Schutz genießt, ist die Hamburger Speicherstadt und das Kontorhausviertel mit Chilehaus. Die Hamburger Speicherstadt ist das größte zusammenhängende, einheitlich geprägte Speicherensemble der Welt und vermittelt in einzigartiger Weise die maritime Industriearchitektur des Historismus und Modernismus. Bis heute ist die Speicherstadt nahezu unverändert erhalten. Sie wurde auf Eichenpfählen in drei Bauabschnitten auf einer Inselgruppe in der Elbe errichtet. Und besteht aus 15 großen Lagerhäusern mit rotem Backstein in neogotischer Architektur.

Kontakt: UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V., Kornmarkt 6, 06484 Quedlinburg, Telefon: +49(0)-3946 81 12-53/-54, Fax: +49(0)3946 81 12 56, E-Mail: info@unesco-welterbe.de, Internet: www.unesco-welterbe.de
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Kartenflyer – Alle Welterbestätten auf einen Blick2018-08-17T12:08:56+00:00

Karte – Alle UNESCO Welterbestätten Deutschland auf einem Blick

Kirchen, Klöster und Welterbe: Stein gewordene Zeugen des Glaubens2018-06-22T14:28:20+00:00

Sakralbauten künden vom Ruhme Gottes und weltlicher Macht

Dombauten, Klosteranlagen und Kirchen zählen zu den facettenreichsten deutschen Welterbestätten. Sie sind heilige Räume, kunsthistorische Schatzkammern und kultureller Veranstaltungsort zugleich. Nicht zuletzt gewähren sie tiefe Einblicke in vergangene Jahrhunderte…

Als Karl der Große um 786 den Grundstein für seine Pfalzkapelle legte, manifestierte sich darin der Traum eines neuen Rom. Heute erhebt sich an gleicher Stelle der Aachener Dom. 30 deutsche Könige wurden in 600 Jahren an dieser historischen Stätte gekrönt. So verwundert es kaum, dass dieser imposante Sakralbau als erster in Deutschland von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt wurde – doch er sollte längst nicht der letzte bleiben: Auch der Speyerer Dom fasziniert als lebendiger Ort der Geschichte. In der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts erbaut, diente er den salischen Kaisern als Grablege. Kunsthistoriker sehen in ihm, genau wie in St. Michaelis und im Mariendom in Hildesheim (seit 1985 Welterbe) hervorragende Beispiele romanischer Baukunst. Dagegen gilt der Kölner Dom, dessen Bauzeit von 1248 bis 1880 dauerte, als formvollendeter Typus einer hochgotischen Kathedrale. Auf römische Wurzeln verweist gar der Trierer Dom, der in der ältesten Stadt Deutschlands zu einem Ensemble antiker Gebäude gehört. Doch ganz gleich in welcher Epoche sie entstanden sind – alle zum Erbe der Menschheit zählenden Sakralbauten in Deutschland sind Stein gewordene Zeugen einer Zeit, als der Glaube sprichwörtlich Berge versetzte und die Menschen zu Bauten von monumentaler Größe antrieb.

Wie universell die Religion die mittelalterliche Lebenswelt bestimmte, wird auch in der Klosterstadt Maulbronn sichtbar. Die einstige Zisterzienser-Abtei, die von 1147 bis 1178 entstand, ist die am vollständigsten erhaltene Klosteranlage nördlich der Alpen. 1556 wurde die Abtei in eine evangelische Klosterschule umgewandelt, die Persönlichkeiten wie Johannes Kepler, Hermann Hesse und Friedrich Hölderlin besuchten.
Auch eine Welterbestätte in Hessen kündet von der Bedeutung der Orden im Mittelalter: Wer mag sich heute noch vorstellen, dass die Besitzungen der Benediktiner-Abtei in Lorsch einst von der niederländischen Nordseeküste bis zur Schweiz reichten? Übrig geblieben sind Fragmente, aber eben auch ein Denkmal, das seit 1991 auf der Welterbeliste rangiert: die Tor- und Königshalle, eines der wenigen erhaltenen Bauwerke aus karolingischer Zeit.
Auf frühe Wurzeln geht das Kloster Reichenau zurück: Im Jahr 724 von Wanderbischof Pirmin gegründet, entwickelte es sich vom 8. bis zum 11. Jahrhundert als unmittelbares Reichskloster zu einem geistigen Zentrum des Abendlandes. Hier schufen Mönche Schätze der Buchkunst wie das berühmte Perikopenbuch Heinrichs II. Dass Klöster, die Schreibstuben des Mittelalters, eben auch Orte der Zivilisation waren, an denen man sich auf viele Künste, auch auf den Anbau der Weintrauben und anderer Kulturpflanzen verstand, wird auf der idyllischen Insel Reichenau mit ihrem reichen Obst- und Gemüsebeständen heute noch sichtbar. Hier verbinden sich Glaube und Klosterkultur mit moderner Lebenswelt, was sich besonders schön bei den drei Prozessionen an den historischen Inselfeiertagen, Markusfest, Heilig-Blut-Fest und Mariä-Himmelfahrt, erleben lässt.
Das ehemalige Benediktinerkloster Corvey im westfälischen Höxter wurde 2014 als 39. Welterbestätte in Deutschland mit dem UNESCO-Titel ausgezeichnet. Zu Recht, denn sie ist ein kunsthistorisches Kleinod von unschätzbarem Wert: Die ehemalige reichsunmittelbare Abtei mit ihrer fast 1.200-jährigen Geschichte gilt als eine der bedeutendsten Klostergründungen im mittelalterlichen Deutschland.

Sakrale Räume dienen nicht zuletzt als erhabene Kulisse für Musiker. Das gilt nicht nur für die großen Dombauten, in denen Konzerte mit namhaften Künstlern fast an der Tagesordnung sind. Zu den herausragenden Erlebnissen für Musikfreunde zählen auch die Orgelkonzerte in der Wieskirche. Die in den Jahren von 1745 bis 1754 von Dominikus Zimmermann geschaffene „Wallfahrtskirche zum gegeißelten Heiland“ am Fuße der Alpen ist ein formvollendetes Kunstwerk des bayerischen Rokoko und ein echtes Kleinod unter den sakralen Welterbestätten.

Kirchen und Klöster, sie dienen als Orte stiller Einkehr und klangvoller Harmonie. Die Schlosskirche in Wittenberg verdankt ihren Weltruhm hingegen einem „Anschlag“. 1517 dröhnten die Hammerschläge eines Martin Luther durch die Stadt an der Elbe. Die Thesen, die der Reformator anbrachte, sollten nicht nur die Heilige Römische Kirche seiner Zeit erschüttern, sondern die Welt nachhaltig verändern. Und so gehört die Schlosskirche zu dem seit 1996 geschützten Ensemble von Luther-Gedenkstätten in Eisleben, der Geburtsstadt des Reformators, und Wittenberg, wo er als Professor lehrte.

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Vorsitzende: Claudia Schwarz, Tel. +49(0) 6741 321196, E-Mail: schwarz@unesco-welterbe.de
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Von Naturwundern und paradiesischen Gärten2018-06-22T14:30:14+00:00

In den deutschen Welterbestätten spiegelt sich natürliche Vielfalt

Nicht nur grandiose Bauwerke wie die Pyramiden von Gizeh oder die Chinesische Mauer gehören zum Erbe der Menschheit. Die Welterbekonvention schützt auch die einzigartigen Naturwunder unseres Planeten.
Eine Landschaft „hoch im Norden“ ist Heimat für Seehunde, Kegelrobben und Schweinswale. Millionen von Zugvögeln legen hier auf der Durchreise von den arktischen Brutgebieten in den Süden einen Zwischenstopp ein. Seit 2009 steht das Wattenmeer nun auf der UNESCO-Liste der geschützten Naturerbestätten und wird in einem Atemzug mit den Galapagos-Inseln und dem Great Barrier Reef genannt: 10.000 Quadratkilometer zwischen Sylt und Texel bilden ein einzigartiges Ökosystem von besonderem Rang. Mit der Anerkennung als Naturerbe unterstreicht die UNESCO die Schutzbedürftigkeit dieser Landschaft. Sie würdigt aber auch die jahrelangen Bemühungen, das Wattenmeer trotz konkurrierender Nutzungsansprüche zu erhalten und im Küstenbereich auf eine maßvolle Planung zu setzen. So wurde 2011 auch das 137 Quadratkilometer große Hamburgische Areal an der Elbmündung in das bereits bestehende Welterbe integriert.
Den grenzüberschreitenden Schutzgedanken hat die UNESCO auch mit den alten Buchenwäldern verwirklicht. Diese für weite Teile Europas ursprüngliche Waldform findet sich noch in unberührter Form in den Karpaten. 2011 waren die Anstrengungen erfolgreich, auch deutsche Standorte in dieses seit 2007 bestehende Welterbe einzubeziehen. So gelten nun fünf alte Buchenwälder, die sich auf vier Bundesländer verteilen als ein Naturerbe: Nationalpark Jasmund (Mecklenburg-Vorpommern), Serrahn im Müritz-Nationalpark (Mecklenburg-Vorpommern), Grumsin im UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin (Brandenburg), Nationalpark Hainich (Thüringen) und der Nationalpark Kellerwald-Edersee (Hessen). An all diesen Welterbestätten genießt die Natur absoluten Vorrang. Besucher bewegen sich hier lediglich auf den dafür vorgesehenen Wegen. Doch wer sich einer geführten Wanderung anschließt, der wird mit faszinierenden Bildern eines europäischen Urwalds belohnt.
Tiefe Einblicke in die Erdgeschichte gewinnt der Besucher dagegen bei Führungen durch die Grube Messel in der Nähe von Darmstadt. Hier hat ein ehemaliger Vulkankrater, der sich in der Urzeit zum See entwickelte, das Leben vor 47 Millionen Jahren konserviert. 50.000 Einzelfunde, meist hervorragend erhaltene Fossilien, wurden bislang zutage gefördert. Und so kann der Besucher der Gegenwart hier immer noch dem Kranichvogel Messelornis cristata oder dem Darwinius masillaedem („Ida“), einem frühen Primaten, begegnen.
Als Natur- und Kulturerbe nimmt das Obere Mittelrheintal zwischen Bingen und Koblenz einen besonderen Rang ein. Mit ihm wurde 2002 eine komplette Landschaft unter Schutz gestellt, deren terrassenförmige Hänge nicht nur ein Paradies für viele Tiere und Pflanzen sind. Eine Fülle von Baudenkmälern unterstreicht die Bedeutung, die dem Rhein seit den Römern als Hauptverkehrsader im Herzen Europas zukam. Nirgendwo sonst befinden sich auf kurzer Distanz so viele mittelalterliche Burgen wie am idyllischen Strom, den die Romantiker im 19. Jahrhundert besangen. Ihre Lieder und Sagen haben die Zeit überdauert – der Mythos von der sagenhaften Loreley lebt bis heute fort.
Ein lebendiges Kunstwerk jener Epoche ist auch der Muskauer Park. Dieses UNESCO-Welterbe verkörpert eine besondere Form von gestalteter Natur, eine Landschaft die nach den Plänen des Reiseschriftstellers Hermann Fürst von Pückler-Muskau zwischen 1815 und 1845 angelegt wurde und unter späteren Generationen weiterreifte. Die 830 Hektar umfassende Anlage mit künstlichen Wasserläufen erstreckt sich beiderseits der Lausitzer Neiße in Deutschland und in Polen. Ihren ganzheitlichen Charakter verdankt sie dem Engagement von Denkmalschützern in beiden Ländern.
Harmonie strahlt heute noch das Gartenreich Dessau-Wörlitz aus, dessen Schöpfer Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1740–1817) die Verbindung von Mensch und Natur anstrebte. Er bettete Schlösser, Gärten, und Alleen in eine schön gestaltete Fluss- und Auenlandschaft ein. Und so bilden das klassizistische Schloss Luisium mit dem englischen Garten, das Rokokoensemble Mosigkau, der Landschaftspark Großkühnau und das Georgium, in dessen Schloss sich die Anhaltische Gemäldegalerie befindet, eine organische Einheit um die Stadt Dessau. Mit dem barocken Stadt-, Schloss- und Parkensemble Oranienbaum und den Wörlitzer Anlagen verschmilzt das Ensemble zu einer einzigartigen Welterbestätte.
Der 240 Hektar große barocke Bergpark Wilhelmshöhe in der nordhessischen Stadt Kassel ist angelegt im Stil eines englischen Landschaftsgartens und gilt als Europas größter Bergpark. Zusammen mit dem Schloss Wilhemshöhe bildet er ein einigartiges Gesamtensemble, das Kultur, Natur und Gartenbaukunst in perfekter Harmonie miteinander verbindet.

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