Auf dem Michaelsberg in Bamberg führt ein Herbstspaziergang vorbei am historischen Weinberg und durch die Klostergärten bis zur wiedereröffneten Kirche St. Michael. Im Stiftsladen gibt es dazu regionale Köstlichkeiten aus dem Klostergarten.

Noch ist ein Stück zu gehen, bis der Michaelsberg erklommen ist. Am Südhang zeigen sich die Reben des einzigen Weinbergs der Stadt, darüber erhebt sich imposant von der Herbstsonne angestrahlt die ehemalige Klosteranlage mit der wiedereröffneten Kirche St. Michael. Wer zur Zeit der Weinlese den Benediktinerweg aus der Altstadt Bambergs hinaufspaziert, kann den Winzern bei der Ernte zusehen. Mitten in der UNESCO-Welterbestadt Bamberg, bekannt für ihre Bierkultur, wird hier seit mehr als einem Jahrzehnt Silvaner angebaut – doch nicht zum ersten Mal. Bereits im 12. Jahrhundert wurden am Cameradenweinberg Reben bewirtschaftet. Für die Landesgartenschau 2012 wurde der Weinberg rekultiviert.

Obstanbau mit langer Geschichte

Weiter führt der Herbstspaziergang in den barocken Terrassengarten. Alte Obstbäume säumen den Weg, der Delphinbrunnen und drei Pavillons laden dazu ein, den Aufstieg für eine Pause zu unterbrechen. Auch hier ist im Herbst Erntezeit. In den Gärten und auf den umliegenden Streuobstwiesen werden die Früchte gesammelt, aus denen später verschiedene Spezialitäten entstehen.

Der Obstanbau gehört seit Jahrhunderten zum Michaelsberg. Schon im Jahr 1137 sind Baumfelder der Michaelsberger Propstei St. Getreu erwähnt. Bis heute wird diese Kulturlandschaft gepflegt. Regelmäßig werden alte Obstbaumsorten nachgepflanzt, um sie auch für die Zukunft zu erhalten.

Die Welterbestadt im Herbstlicht

Über zwei Treppenläufe geht es schließlich weiter zum frei zugänglichen Ostplateau hinter der Kirche. Demjenigen, der sich oben angekommen Richtung Stadt umdreht, liegt das Welterbe als Belohnung zu Füßen. Bei klarem Wetter reicht die Sicht sogar bis zum Staffelberg.

Wenige Schritte weiter, im Inneren von St. Michael, richtet sich der Blick nun nach oben. Über dem Kirchenschiff breitet sich der berühmte Himmelsgarten aus. Mehr als 580 detailreiche Abbildungen von Heil-, Nutz- und Zierpflanzen schmücken das handbemalte Deckengewölbe. Während draußen die Früchte geerntet werden, bleibt die Pflanzenwelt am Kirchengewölbe das ganze Jahr über erhalten. Zwischen einheimischen Gewächsen lassen sich auch Ananas, Baumwolle und Granatapfel entdecken. Ein Tipp für alle, die genauer hinschauen möchten: Bei der Führung „Dem Himmel so nah – der Michaelsberg in Bamberg“ erläutern ausgebildete Gästeführerinnen und Gästeführer des BAMBERG Tourismus & Kongress Service die Geschichte der Kirche und ihres Himmelsgartens.

Die Ernte im Gepäck

Zum Abschluss führt ein Abstecher in den Stiftsladen. Was unterwegs am Hang und in den Gärten gewachsen ist, kann hier erworben werden: als Silvaner, Apfelsecco, Fruchtsaft, Edelbrand oder saisonaler Fruchtaufstrich. Für den Apfelsecco werden beispielsweise alte Apfelsorten wie die Goldparmäne aus der Michaelsberger Klosterlandschaft verarbeitet. Wer möchte, nimmt ein Stück dieser Ernte mit nach Hause – als kulinarische Erinnerung an den Herbst auf dem Michaelsberg.

Auch ohne Führung ist die Kirche während der Öffnungszeiten kostenfrei zugänglich. Weitere Informationen und Tickets für die Führung gibt es unter www.bamberg.info/michaelsberg.