Barrierefreiheit hat im Gartenreich seit vielen Jahren einen hohen Stellenwert. Die Kulturstiftung versteht Inklusion dabei als Gewinn für alle Besucherinnen und Besucher. Ziel ist es, das UNESCO-Welterbe Gartenreich Dessau-Wörlitz unter Wahrung seiner historischen Authentizität für möglichst viele Menschen erlebbar zu machen.
An mehreren historischen Bauwerken konnten bereits Lösungen für denkmalverträgliche Maßnahmen gefunden werden, welche die Zugänglichkeit der Gebäude verbessern. So ermöglicht eine Hebebühne Menschen mit eingeschränkter Mobilität den Zugang zur Hauptetage des Schlosses Wörlitz. Im Haus der Fürstin wurde im Zuge der Sanierung ein Aufzug integriert, wodurch das Gebäude heute auf allen Ebenen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich ist.
Die neue Gartenreich-App für die Parks in Wörlitz, Orabienbaum und Mosigkau ist in Deutsch, Englisch und auch in Leichter Sprache verfügbar. Sie wird 2027 um die Anlagen des Luisiums und den Sieglitzer Park weiterentwickelt und soll zukünftig auch für mobilitätseingeschränkte Personen Rundgänge bieten.
Ergänzt werden diese Angebote mit zertifizierten Informationen im Rahmen des bundesweiten Projekts „Reisen für Alle“. Ziel dabei ist es, zuverlässige Informationen für die betroffenen Gästegruppen bereitzustellen, um einen Besuch im Vorfeld möglichst genau planen zu können. Im Kern geht es darum, Bereiche zuverlässig zu identifizieren, welche einen barrierefreien bzw. barrierearmen Zutritt zu den Gärten und Parks des Gartenreichs ermöglichen, wo sich z. B. behindertengerechte WC-Anlagen, Parkplätze, geeignete Unterkünfte oder Gastronomiebetriebe befinden.
Einweihung der ersten barrierefreien Gondel im Wörlitzer Park
Mit der feierlichen Taufe der ersten barrierefreien Gondel im Wörlitzer Park setzte die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz einen weiteren wichtigen Meilenstein für mehr Teilhabe im Gartenreich Dessau-Wörlitz. Gemeinsam mit dem Behindertenbeauftragten der Landesregierung Sachsen-Anhalt Dr. Christian Walbrach und dem Staatssekretär für Kultur Dr. Sebastian Putz wurde die neue Gondel im Juni 2026 offiziell in Betrieb genommen.
Möglich wurden die Maßnahmen durch eine bedeutende Sonderfinanzierung des Landes Sachsen-Anhalt sowie eine großzügige Privatspende. Die Kulturstiftung konnte damit ihre barrierefreien Angebote in den vergangenen Monaten entscheidend ausbauen.
„Es geht nicht nur darum, diesen kulturellen Ort erreichen, sondern ihn selbstbestimmt und gleichberechtigt erleben und zudem mitgestalten zu können. Für mich ist die heutige Einweihung ein wertvolles und demonstratives Beispiel gelebter Inklusion und Teilhabesicherung.“, betonte Dr. Walbrach, der Behindertenbeauftragte der Landesregierung.
„Gerade im Wörlitzer Park erschließen sich wesentliche Sichtachsen und Landschaftsbilder vom Wasser aus. Mit der neuen Gondel erhalten Menschen mit eingeschränkter Mobilität nun Zugang zu einem zentralen Bestandteil dieses einzigartigen Kultur- und Naturerlebnisses.“, ergänzt Dr. Sebastian Putz, Staatssekretär Kultur des Landes Sachsen-Anhalt.
Die neue Gondel wurde eigens für die besonderen Bedingungen im Wörlitzer Park entwickelt. Sie fügt sich optisch in die historische Gondelflotte ein und ermöglicht gleichzeitig die komfortable Mitnahme von bis zu drei Rollstuhlfahrerinnen oder Rollstuhlfahrern sowie fünf Begleitpersonen. Über eine innenliegende Rampe kann die Gondel stufenlos befahren werden. Eine eigens errichtete Anlegestelle mit anpassbarem Zugangssteg gewährleistet zudem einen barrierefreien Einstieg. Die barrierefreie Gondel ist Teil eines umfassenden Sanierungsprogramms für den Gondel- und Fährbetrieb im Wörlitzer Park.
Auch über die Gondelfahrt hinaus investiert die Stiftung kontinuierlich in mehr Barrierefreiheit. Dank einer privaten Spende wurden jüngst acht Rollstühle angeschafft, die nun in den Schlössern Wörlitz, Luisium, Oranienbaum und Mosigkau, im Gotischen Haus, im Haus der Fürstin sowie an der Gondelstation bereitstehen. Damit können Besucherinnen und Besucher bei Bedarf unkompliziert unterstützt werden.
„Die Unterstützung des Landes Sachsen-Anhalt hilft uns dabei, die Erlebbarkeit der Schlösser und Gärten trotz der besonderen denkmalpflegerischen Anforderungen für möglichst viele Menschen weiter zu öffnen“, erklärt Prof. Dr. Harald Meller, komm. Vorstand und Direktor der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz.