Das karolingische Westwerk Corvey ist ein bedeutendes Kulturdenkmal und UNESCO-Welterbe. Gleichzeitig war das Gebäude aufgrund seiner historischen Bausubstanz bisher nur eingeschränkt barrierefrei. Dies hat jetzt ein Ende, denn nach langjähriger Bautätigkeit steht der barrierefreie Aufzug im angrenzenden Domänengebäude über einen Zugang zum Westwerk kurz vor der Vollendung.

Im Erdgeschoss können Rollstuhlfahrer nun durch einen Glasgang dirket zum Aufzug fahren und gelangen so in das Obergeschoss, in den sogenannten Johanneschor. Dort können sie im Rahmen einer Führung mit Tablets die reiche farbige Ausgestaltung und den Werkprozess der bedeutenden lebensgroßen Stuckfiguren erleben.

Ebenso erlauben die Tablets den Besuchern einen virtuellen Blick in die ehemalige karolingische Abteikirche und nun ist es auch für mobilitätseingeschränkte Besucher möglich, die besondere Atmosphäre  und die mittelalterliche Architektur zu genießen. Dies war bisher auf die Eingangshalle des Westwerks beschränkt. Mit der barrierefreien Erschließung ergeben sich für Rollstuhlfahrer ganz neue Möglichkeiten, das Welterbe zu erfahren.

Die barrierefreie Erschließung stand unter dem Vorbehalt, jegliche Schäden der mittelalterlichen Bausubstanz zu vermeiden. Restauratoren und Fachhandwerker haben einen Durchbruch vom Südseitenschiff des Johanneschors in das südliche Domänengebäude geschaffen. Eine Öffnung, die sich aus denkmalpflegerischer Sicht als unbedenklich erwies. Auch das Architekurbüro Müntinga/Puy/Schimmelpfeng stand vor der großen Herausforderung, die neuen Einbauten möglichst harmonisch in den historischen Kontext einzufügen.

Nach dem Besuch des Westwerks kommen die mobilitätseingeschränkten Gäste über eine Rampe in das Schloss und können ihre Besichtigung zunächst im Kreuzgang fortsetzen. In die erste Etage gelangen sie über einen Treppenlift zum Aufzug, um die fürstlichen Salons, den Kaisersaal und die fürstliche Bibliothek zu besichtigen.

Weitere Informationen: www.corvey.de