45 Jahre ist der Speyerer Dom bereits Teil des UNESCO-Welterbes. Man hat hier allerdings schon ein anderes Datum im Blick und bereitet sich auf das Jubiläum der 1000-jährigen Domgründung im Jahr 2030 vor. Unter anderem werden derzeit die Ende des 11. Jahrhunderts errichteten Osttürme umfassend saniert. In vier Jahren soll der Dom dann wieder „gerüstfrei“ sein.
Sanierung der Osttürme mit Blick auf Domjubiläum
Erste Voruntersuchungen der Osttürme fanden bereits 2022 statt. Im September 2024 startete die Maßnahme zur Sanierung mit der teilweisen Einrüstung der beiden Türme. Errichtet wurden diese Ende des 11. Jahrhunderts als erstes Beispiel sogenannter Chorflankentürme. Zuletzt wurden sie 1986 in Teilen saniert. Ziel ist es, die laufende Maßnahme bis zum Jubiläum der 1000 Jahre Domgründung 2030 abzuschließen.
Die Sanierung der Osttürme erfolgt in mehreren Abschnitten, nicht zuletzt auch deshalb, um die Maßnahme überhaupt finanziell stemmen zu können. Seit März 2025 werden in den drei offenen Turmgeschossen des Südwetturms umfassende Naturwerksteinarbeiten ausgeführt. Dabei zeigte sich ein deutlich größeres Schadensausmaß als erwartet. Insbesondere in den oberen Fassadenbereichen beider Türme wurden intensive Schäden festgestellt.
Den Schwerpunkt bildet die Restaurierung der steinsichtigen Fassadenflächen. Nach einer vollständigen Reinigung erfolgen gezielte Steinaustausche, Konservierungen geschädigter Bereiche sowie die Verbesserung der Wasserführung. Historisch belegte Sandsteinfensterbänke werden wiederhergestellt und ersetzen schadensanfällige Lösungen aus den 1930er Jahren. Zudem werden architektonische Gliederungen wie Turm- und Lisenenkanten, die durch frühere Brände beeinträchtigt waren, rekonstruiert. Abschließend wird die schadhafte Zementverfugung entfernt und durch einen angepassten, zementfreien Kalkmörtel ersetzt.
Im Bereich der Putz- und Anstricharbeiten zeigte sich insbesondere an den Giebelflächen des Turmhelms erheblicher Handlungsbedarf: Nicht tragfähige, zementgebundene Putze aus dem 20. Jahrhundert werden erneuert. In besonders sensiblen Bereichen bleibt stark haftender Altputz zum Schutz der historischen Substanz erhalten.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung der Wasserableitung. Angesichts zunehmender Starkregenereignisse werden schadhafte Kupferabdeckungen erneuert, Wasserspeier neu dimensioniert und besonders exponierte Gesimse konstruktiv geschützt. Ziel ist es, das Eindringen von Niederschlagswasser nachhaltig zu reduzieren und wertvolle romanische Steinsubstanz zu bewahren.
Auch statisch relevante Bauteile werden ertüchtigt. Geschädigte Zwischendecken aus der Sanierungsphase der 1930er Jahre sind nicht mehr tragfähig und werden zurückgebaut. Die vorhandenen Ringankersysteme gewährleisten weiterhin die notwendige Stabilität, sodass auf massive Neubauten verzichtet werden kann. Für Wartungszwecke werden filigrane Stahlrostebenen mit integrierten Treppen eingebaut.
Ergänzend werden Blitzschutz, Beleuchtung und Taubenabwehr überarbeitet, Brutplätze für Uhu und Turmfalke wiederhergestellt sowie geschädigte Holzeinbauten instandgesetzt.
Die Maßnahmen werden wissenschaftlich begleitet durch die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (Fachgebiet Bautechnikgeschichte) sowie das Institut für Steinkonservierung e. V.. Die begleitende Bauforschung und materialwissenschaftliche Untersuchungen tragen dazu bei, neue Erkenntnisse zur Baugeschichte und zum Erhalt des bedeutenden Bauwerks zu gewinnen.
Weitere Informationen: www.dom-zu-speyer.de
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Gerüste an den Osttürmen des Speyerer Doms, März 2025
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Dom: geöffnet April bis Oktober werktags 9 – 19 Uhr, sonn- und feiertags 11:30 – 16:30 Uhr, November bis März werktags 9 – 17 Uhr, sonn- und feiertags 11:30 bis 17 Uhr.
Turm und Kaisersaal: geöffnet April bis Oktober werktags 10–17 Uhr, sonntags 12 – 17 Uhr
Einschränkungen der Öffnungszeiten auf Grund von Gottesdiensten oder Konzerten sind möglich.