Jahrestagung des UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V. und der Deutschen UNESCO-Kommission in Trier setzt auf Mitgestaltung und Beteiligung.
Trier, 21. Mai 2026 – Vom 19. bis 21. Mai 2026 kamen rund 100 Vertreterinnen und Vertreter der 55 deutschen UNESCO-Welterbestätten in Trier zusammen. Im Fokus stand die Frage, wie das kulturelle Erbe lebendig und lebensnah an kommende Generationen vermittelt werden kann.
Zu der gemeinsamen Jahrestagung hatten der UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V. und die Deutsche UNESCO-Kommission eingeladen. Unter dem Leitgedanken „Erleben.Mitgestalten.Weitertragen. Unser (Welt)Erbe für die nächsten Generationen“ widmete sich die Tagung innovativen Ansätzen, um insbesondere junge Menschen nicht nur als Besuchende, sondern als aktive Mitgestaltende des Welterbes zu gewinnen. Dialog, zielgerichtete Ansprache und die aktive Einbindung lokaler Gemeinschaften standen dabei im Mittelpunkt.
„Wenn wir das Welterbe in die Zukunft tragen wollen, müssen wir junge Menschen heute aktiv einbeziehen – nicht als Publikum, sondern als Mitgestaltende“, sagte Fritz S. Ahrberg, Vorsitzender des UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V. „Die Jahrestagung ist ein wichtiger Impulsgeber, um neue Formen der Beteiligung und Vermittlung gemeinsam weiterzuentwickeln.“
Prof. Dr. Hartwig Lüdtke, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission, betonte: „Welterbe ist kein Selbstzweck. Es entfaltet seine Kraft dort, wo es erlebt, mitgestaltet und im Geist des Friedensauftrags der UNESCO weitergetragen wird. Gerade in Zeiten großer Veränderungen ist der Dialog mit der Gesellschaft und den Menschen in anderen Ländern wichtiger denn je. Damit Welterbe auch in Zukunft wirksam bleibt, müssen neue Vermittlungswege gemeinsam mit den Menschen entwickelt werden, die wir dafür gewinnen wollen.“
Tagungsort mit Welterbestatus
Dass die Tagung in diesem Jahr in Trier stattfand, war kein Zufall: Vor 40 Jahren, am 28.11.1986, wurden die Römischen Baudenkmale, der Dom St. Peter und die Liebfrauenkirche in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Dies bot nicht nur eine eindrucksvolle Kulisse für die Tagung, sondern verband den jahrzehntelang in der Stadt verankerten Welterbe-Gedanken auch mit der modernen Stadt- und Tourismusentwicklung.
„Trier ist nicht nur eine Stadt mit Welterbe. Trier lebt durch sein Welterbe. Es liegt an den Wegen zur Schule, zur Arbeit, zum Einkaufen“, betonte Yannick Jaeckert, Geschäftsführer der Trier Tourismus und Marketing GmbH (TTM), die die Jahrestagung in Trier organisiert hatte. „Für viele Triererinnen und Trierer ist es daher oft zuerst „ihr“ Dom oder „ihre“ Porta – und dann Welterbe. In dieser Gleichzeitigkeit aus alltäglicher Vertrautheit und außergewöhnlichem universellem Wert liegt für uns als Stadt und als Tourismusorganisation ein großer Reiz, aber auch eine große Verantwortung. Umso mehr freuen wir uns, diese Diskussion über die Zukunft des Welterbes hier vor Ort zu führen.“
Höhepunkte des Programms
Ziel der Tagung war es, neue Impulse für eine generationenübergreifende Welterbearbeit sowie eine verantwortungsbewusste und moderne Tourismusentwicklung zu setzen. Begonnen hatte sie am Dienstagabend, dem 19. Mai, mit einem Empfang im Kurfürstlichen Palais sowie einer feierlichen Eröffnung. Eine Keynote von Prof. Daniel Gilgen, Professor für Medienräume und Leiter des Studiengangs Intermedia Design an der Hochschule Trier, beleuchtete die Rolle von Interaktion und Partizipation für ein lebendiges Welterbe.
Am Mittwoch, dem 20. Mai, erwartete die Teilnehmenden ein umfangreiches Fachprogramm mit Impulsvorträgen, Praxisbeispielen und Workshops. Themen waren unter anderem Community Involvement, neue Kommunikationsstrategien über soziale Medien, Gamification sowie innovative Bildungsformate wie zum Beispiel die „Welterbe-Scouts Trier“, eine stufenübergreifende AG des Auguste-Victoria-Gymnasiums Trier in Zusammenarbeit mit der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE). Zudem wurde die neue Welterbestätte der Königsschlösser Ludwigs II. von Bayern im Kreis der Welterbefamilie begrüßt.
In interaktiven und vertiefenden Workshop-Sessions entwickelten die Teilnehmenden im Anschluss Strategien für eine zukunftsorientierte Welterbearbeit. Hierbei wurden die drei Schlagworte Erleben, Mitgestalten und Weitertragen in Bezug zu analogen und digitalen Vermittlungsmethoden gesetzt. Der Tag klang mit einem besonderen Abendprogramm im Amphitheater Trier aus, inklusive Einblicken in die antike Gladiatorenkunst und einer Weinverkostung regionaler Winzerinnen und Winzer.
Am Donnerstag, dem 21. Mai, schlossen Fachexkursionen zu den Trierer Welterbestätten sowie ein feierlicher Abschluss im Trierer Dom die Veranstaltung ab.
Das vollständige Programm sowie Details zu den Kurzvorträgen finden Sie unter: https://welterbedeutschland.de/wp-content/uploads/Einladung-Jahrestagung-2026-UWD-DUK.pdf.
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Hintergrund:
Geschichte voller Leben
Es sind die herausragenden Zeugnisse der Geschichte der Menschheit und der Natur, die mit dem Emblem des UNESCO-Welterbes ausgezeichnet werden: stumme und doch beredte Zeugen einzigartiger Kulturleistungen und Naturphänomene.
Baudenkmäler, Städteensembles, aber auch Industriedenkmäler und außergewöhnliche Naturlandschaften, werden durch das Welterbekomitee der UNESCO als Welterbestätten ausgezeichnet und somit unter einen besonderen, internationalen Schutz gestellt.
Die Welterbekonvention der UNESCO
1972 verabschiedete die Generalkonferenz der UNESCO das „Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt“. Dieses Abkommen legt den Schutz von Kultur- und Naturgütern, die einen nachgewiesenen „außergewöhnlichen universellen Wert“ besitzen, in die Obhut der gesamten Menschheit. Mit der Unterzeichnung der Konvention verpflichtet sich jedes Land, die innerhalb seiner Grenzen gelegenen Denkmäler zu schützen und für zukünftige Generationen zu erhalten.
Über den „UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V.“
Der UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V. mit Sitz in Quedlinburg bündelt touristische Organisationen aus Städten, Regionen und Bundesländern, in denen sich Welterbestätten befinden. Ziel ist es, die deutschen Welterbestätten bekannter zu machen und einen nachhaltigen und qualitätsvollen Tourismus zu fördern.
Weitere Informationen finden Sie unter: https://welterbedeutschland.de/
#WirsindWelterbe
Kontakt: UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V., Kornmarkt 6, 06484 Quedlinburg,
Telefon: +49(0)-3946 81 12-53/-54, E-Mail: info@welterbedeutschland.de,
Internet: www.welterbedeutschland.de
Vorsitzender: Fritz S. Ahrberg, Tel.: +49(0) 5121 1798-110
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Geschäftsführer: Miles Spohr, Tel.: +49 (0)160 – 90 96 56 89,
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