Lübecks UNESCO-Welterbe ist mehr als Kopfsteinpflaster, Backsteingotik und historische Treppenhäuser. Es sind vor allem die Geschichten dahinter, die möglichst viele Menschen erleben sollen. Deshalb öffnen Lübecks Museen ihre Türen zunehmend auch dort, wo historische Bausubstanz besondere Herausforderungen mit sich bringt. Aufzüge und Rampen, Tastmodelle und taktile Exponate, Audiobeschreibungen, Induktionsschleifen und weitere Angebote ermöglichen Gästen mit unterschiedlichen Bedürfnissen neue Zugänge zu Kunst, Kultur und Geschichte.

Europäisches Hansemuseum: Einmal Mittelalter und zurück

Salz, Stockfisch, Macht und Privilegien: Das Europäische Hansemuseum nimmt seine Gäste mit auf eine multimediale Reise durch rund 800 Jahre Hansegeschichte. Sie beginnt bei der archäologischen Ausgrabungsstätte auf dem Lübecker Burghügel und führt von den Anfängen des niederdeutschen Kaufmannsbundes über Lübeck, Brügge und London bis nach Bergen. Historische Inszenierungen erzählen von mutigen Fernhändlern, florierenden Handelsmetropolen, der Pest und politischen Machtkämpfen. Im Epilog schlägt eine 360-Grad-Videoprojektion schließlich die Brücke von der mittelalterlichen Hanse in die Gegenwart.

Alle vier Ebenen des Museums sind über Aufzüge und Treppenlifte erreichbar. Leihrollstühle stehen zur Verfügung. Audiostationen mit Kopfhöreranschluss ergänzen den Rundgang und eröffnen weitere Möglichkeiten, in die Welt der Hanse einzutauchen.

Willy-Brandt-Haus: Zeitgeschichte zum Mitmachen

Politik nicht nur anschauen, sondern selbst Platz nehmen: Im Willy-Brandt-Haus Lübeck wird deutsche und europäische Zeitgeschichte multimedial und interaktiv erzählt. Im Mittelpunkt steht das politische Leben Willy Brandts, in dessen Biografie sich die wechselvolle Geschichte Deutschlands und Europas im vergangenen Jahrhundert spiegelt. Eine interaktive Eintrittskarte begleitet die Gäste individuell durch die Ausstellung. Wer möchte, kann selbst an der Regierungsbank Platz nehmen oder ans Rednerpult treten. Das Haus versteht sich als Lernort für Zeitgeschichte in der Geburtsstadt des Friedensnobelpreisträgers und bietet spezielle Programme für Kinder und Jugendliche. Der Eintritt ist kostenfrei.

Eine mobile Rollstuhlrampe mit einer Tragkraft von bis zu 225 Kilogramm erleichtert den Zugang. Fast alle Exponate können taktil erkundet werden. Audiostationen machen darüber hinaus historische Reden hörbar.

KOLK 17: Große Bühne für kleine Figuren

Tradition trifft Gegenwart: Mitten in der Lübecker Altstadt verbindet KOLK 17 Figurentheater & Museum historisches Ambiente mit zeitgenössischer Theaterkunst. Nach umfassender Sanierung ist das Kulturensemble wieder vollständig geöffnet. Auf der Bühne reicht das Programm für Erwachsene, Kinder und Familien vom klassischen Puppenspiel bis zu modernen Inszenierungen. Das neu gestaltete Museum widmet sich Geschichte und Gegenwart des Figurentheaters mit interaktiven Ausstellungen, internationalen Sammlungen und aktuellen gesellschaftlichen Themen.

Auch bei der Zugänglichkeit verbindet KOLK 17 verschiedene Angebote: Das Haus ist stufenlos erreichbar. App-gestützte Audiobeschreibungen, Tastmodelle und Gebärdensprachvideos begleiten den Museumsbesuch. Induktionsschleifen im Foyer und im Theatersaal unterstützen Menschen mit Hörgeräten.

Gut vorbereitet ins Welterbe

Wer Lübeck möglichst barrierearm entdecken möchte, kann sich bereits vor der Reise über Zugänge, Mobilität, Sehenswürdigkeiten und Serviceangebote informieren. Die LTM bündelt die entsprechenden Informationen online. Persönliche Beratung gibt es außerdem in der Tourist-Information am Holstentorplatz 1.

Weitere Informationen: www.luebeck-tourismus.de/service/luebeck-barrierefrei