Die Gemälde von William Turner zählen zu den wichtigsten und populärsten Kunstwerken der Rheinromantik. Der britische Maler bereiste mehrfach den Rhein und schuf mit fast fotografischer Präzision, aber dennoch künstlerisch überhöht und collagiert, Aquarelle von Landschaften, Städten und menschlichen Aktivitäten im Mittelrheintal. Der Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal hat in einem Projekt 26 Malstandorte William Turners erster Rheinreise von 1817 lokalisiert und macht diese für Besucher erlebbar. Die ersten vier inszenierten Standorte wurden nun feierlich der Öffentlichkeit übergeben. Drei befinden sich in St. Goar (William-Turner-Platz, Alexanderplatz, Hafen Hunt) und einer in St. Goarshausen (Fußweg zur Burg Katz).
An den Standorten geben begehbare Informationstafeln Hinweise auf den Ursprung des dort entstandenen Meisterwerks, vertiefte Fußspuren geben die korrekte Blickrichtung vor, die dem jeweiligen Ausschnitt des Gemäldes entspricht. Die Fußspuren animieren intuitiv dazu, die Perspektive des Malers einzunehmen – und wortwörtlich in seine Fußstapfen zu treten. Der Betrachter wird eingeladen, selbst für einen Augenblick innezuhalten, um die Faszination und die besondere Atmosphäre der Landschaft am Fuße des Rheins auf sich wirken zu lassen und den Moment – wie Turner – zu bewahren. Ein QR-Code auf den begehbaren Infotafeln verknüpft den Standort des Betrachters mit der Website.
Unter www.turner-route.de finden sich neben Detailinformationen zu Werk und Ort auch Hintergründe zum Projekt.

Rheinromantik
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war der Mitterhein für eine neue Generation von Literaten, Malern, Musikern, Dichtern und Denkern die Quelle ihrer Inspiration. Die ungezähmte Natur in all ihrer natürlichen Stärke und Urwüchsigkeit – manifestiert in schroffen Felsen, dem majestätischen Fluss, den steilen Hängen und von Ruinen gekrönt – wurde zum ästhetischen Ideal einer ganzen Epoche: die Rheinromantik war geboren. Durch ihre Werke hinterließen sie »Spuren« – in Form von Briefwechseln, Reisebeschreibungen, Gemälden, Gedichten, Sagen und Gesängen. Ihr Schaffen animierte viele Menschen dazu, das Mittelrheintal zu bereisen. Das erste bedeutsame touristische Reiseziel in Deutschland war geboren – das Mittelrheintal.
William Turner
Die Gemälde von William Turner zählen zu den wichtigsten und populärsten Kunstwerken der Rheinromantik. Der britische Maler bereiste mehrfach den Rhein. Er war fasziniert von der Erhabenheit der Natur, den Ruinen und den weinbewachsenen Hängen des Rheins. Turners genaue Beobachtungsgabe und sein ungeheures Gespür für Dynamik und Lichtspiele hinterließen uns zahlreiche Aquarelle basierend auf den unzähligen Skizzen seiner ersten Rheinreise 1817. Mit fast fotografischer Präzision, aber dennoch künstlerisch überhöht und collagiert, werden Landschaften, Städte und menschliche Aktivitäten von ihm festgehalten.

Im Jahr 2002 hat die UNESCO das Obere Mittelrheintal, „eine Kulturlandschaft von großer Vielfalt und Schönheit“ in die Reihe der Welterbestätten aufgenommen.